Selbstbewusstsein

Nicht jeder kann von sich behaupten, selbstbewusst zu sein. Bereits in den ersten fünf Sekunden einer Begegnung wissen wir, ob unser Gegenüber ein selbstsicheres Auftreten hat oder nicht.

Selbstbewusstsein ist nicht gleich Arroganz!

Oft werden diese beiden Eigenschaften gleichgesetzt und eine selbstsichere Person als arrogant bezeichnet. Arrogante Personen erkennt man daran, dass sie sich selbst am nächsten stehen, wenig soziale Kompetenzen aufweisen und nur um ihr eigenes Wohl bedacht sind. Für solche Personen stehen materielle Dinge über zwischenmenschlichen Beziehungen. Nichts ist gut, teuer, wertvoll genug und ihre Ansprüche sind extrem hoch. Es kümmert sie auch nicht, was andere Personen denken und fühlen, solange es ihnen selbst gut geht.

Selbstbewusste Personen erkennt man daran, dass sie einen aufrechten Gang haben, Augenkontakt halten können und sich in größeren Gruppen behaupten können. Sie vertreten ihre Meinung, auch dann, wenn ein Großteil der anderen Personen anderer Meinung ist. Dennoch besitzen sie eine hohe soziale Intelligenz, können sich in andere Personen einfühlen und bewerten andere Menschen nicht nach Äußerlichkeiten oder Status. Sie sind sich ihrer Selbst bewusst.

Selbstvertrauen

Fehlendes Selbstbewusstsein findet man häufig bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Essstörungen, Angststörungen und Borderline-Persönlichkeitsstörung, um einige zu nennen.

Deshalb ist die Ich-Stärkung bei der Therapie psychischer Erkrankung ein wichtiges Element. Unter Ich-Stärkung versteht man die Summe an Maßnahmen, welche zu einer Verbesserung des Selbstwertgefühls/Selbstbewusstseins führen.

Hintergrund

Nerven

Laut Siegmund Freud, dem Begründer der Psychoanalyse, wohnen in jedem von uns drei Instanzen. Zum Einen das Es, welches die Triebe beherbergt, zum Anderen das Über-Ich, welches Moral, Gesetze, Verbote repräsentiert und das Ich, welches die Vermittlerfunktion zwischen Es und Über-Ich übernimmt.

Das Ich hat die Funktion der kognitiven Kontrolle, sprich das Denken, Fühlen, Realitätsprüfung, Herstellung von Objektbeziehungen, Urteilsvermögen und Regulation von Triebimpulsen. Außerdem entspringen ihm Abwehrmechanismen, welche zur Aufrechterhaltung des seelischen Wohlbefindens und damit des Ichs beitragen.

Die geläufigsten Abwehrmechanismen sind:

  • Verdrängung
  • Regression
  • Vermeidung
  • Verleugnung
  • Rationalisierung
  • Autoaggression
  • Somatisierung

Unter Ich-Stärke versteht man also das Maß, in welchem das Ich die Kontrolle über die Triebe hat und vor äußeren Einflüssen schützt. Ich-Stärke umfasst folgende Bausteine:

  • Stabilität und Flexibilität der Person in Bezug auf :  Angsttoleranz, Impulskontrolle, Denkorganisation und Sublimierungsfähigkeit
  • Grad der Integration
  • Grad der Realitätsnähe
  • Triebbefriedigung in sozialen Beziehungen
  • Grad innerpersönlicher Konflikte/Fehlfunktionen somatisiert werden (körperliche Beschwerden)

Bei der Therapie psychischer Erkrankungen sollte insebsondere auf diese Komponenten eingangen werden.

Die Ich-Entwicklung beginnt bereits als Säugling und während der Entwicklung kommen Fragen zum eigenen Ich auf. „Wer bin ich?“, „Wo stehe ich?“, „Welches soziale Umfeld prägt mich?“, „Wie reagiere ich?“. Schon im frühen Kindesalter prägen sich bestimmte Denk- und Verhaltensmuster ein, welche auch im Erwachsenenalter immer wieder auftauchen.

Wer als Kind von seinen Eltern immer gesagt bekam, er oder sie sei nicht gut genug, nicht hübsch genug, nicht sportlich genug, nicht schlau genug, wird als Erwachsener wiederkehrende Gedanken haben.

Doch wie Stärken wir das Selbstbewusstsein?

Es gibt einige, sehr einfache Übungen, die Sie Zuhause einfach mal ausprobieren können.

Lachen

Lächeln Sie! Ja, es klingt ein wenig befremdlich, sein eigenes Spiegelbild anzulächeln, aber versuchen Sie es.

Zur Hilfe können Sie sich einen Witz oder ein lustiges Bild neben den Spiegel hängen, Hauptsache sie lächeln. Im nächsten Schritt lächeln Sie beim Einkaufen einfach mal die Kassiererin an, bei der Bestellung im Restaurant den Kellner, beim Telefonieren. Durch Lachen werden bestimmte Muskeln im Gesicht aktiviert, welche zur Verbesserung des Selbstbewusstseins und Steigerung des Energie führen.

Sprechen Sie lauter! Menschen mit niedrigem Selbstbewusstsein neigen dazu, leise zu sprechen. Sie gehen in der Masse einer großen Gesprächsrunde unter. Seien Sie wie ein Löwe und verschaffen Sie sich Gehör. Testen Sie es zunächst bei vertrauten Personen, so können Sie sich eine lautere Stimme antrainieren.

Nehmen Sie Haltung an! Eine aufrechte Haltung sorgt für eine bessere Durchblutung der Brust- und Bauchorgane. Also hatte unser Opa damals Recht, als sagte: „Bauch rein, Brust raus.“. Sie werden von anderen Personen gleich anders wahrgenommen, wenn Sie aufrecht stehen und gehen. Kontrollieren Sie immer wieder Ihre Haltung, um ein Zurückfallen in das alte Bewegungsmuster zu verhindern.

Aufrecht
Machen Sie sich groß! Nur wer aufrecht steht wird gesehen und hat selbst den Überblick.

Danken Sie ihren Fehlern! Klingt merkwürdig? Keineswegs. Denn wer keine Fehler macht, arbeitet auch wenig. Durch Fehler lernen Sie. Macken machen menschlich. Sie gehören zu Ihnen wie Ihre Haare und Füße.

Verteilen Sie Komplimente! Genau, wer lobt, wird gelobt. Jeder Mensch möchte anerkannt werden und freut sich über jedes Lob. Als das nächste Mal, wenn sie an einer Frau ein tolles Kleid sehen, einfach mal nachfragen woher Sie es hat. Der Kollegin sagen, wie gut der selbstgebackene Kuchen geschmeckt hat und dem Chef, wie dankbar Sie über seine Kritik sind. Trauen Sie sich!

Drehen Sie negative Gedanken um! Anstatt zu denken „Das Wetter ist aber heute furchtbar.“, sagen Sie „Toll, endlich kann ich mal in Ruhe Lesen/aufräumen/ein leckeres Gericht kochen.“ Statt „das Glas ist halb leer“, heißt es von nun an „Prima, so kann ich mir bald ein frisches Getränk einschenken.“

Body&Mind

Fühlen Sie sich wohl in Ihrer Haut!

Ob es nun die Lieblingskleidung oder der Wellnesstag ist, sorgen Sie dafür, dass sie sich wohl fühlen. In Ihren Lieblingsschuhen laufen Sie sofort selbstsicherer. Nach einem langen Bad spüren Sie die Entspannung und Wohltat in Ihrem Körper.

 

Vielen Patienten fällt es allerdings schwer, diese Schritte zu gehen. Dafür bin ich da, um Ihnen dabei zu helfen. Mit praktischen Übungen und Auswahl von Affirmationen (Merksätze) werden Sie Schritt für Schritt ein sichereres Auftreten bekommen. Trauen Sie sich, es lohnt sich!

 

Ein Gedanke zu „Selbstbewusstsein

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